König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) war nicht wie die anderen. Der Erbauer der weltberühmten Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee wusste es: „Ich bin einfach anders gestimmt als die Mehrheit meiner Mitmenschen“. Wie er auch fern der Welt sein wollte, „die stets mich verkennt und mit der ich mich nie und nimmer befreunden kann und will“. Er reagierte mit einem unzeitgemäßen und religiös verklärten Verständnis vom Königtum, dem er sich ständig würdig erweisen wollte. Diese Fixierung auf das „wahre, echte“ Königsamt bewirkte das Gegenteil. Ludwig II. verlor sich selbst in der Realität eines mäßig mächtigen Staates und wurde 1886 seines Thrones und seines Lebens beraubt. Der Gegensatz zwischen dem eigenen Anspruch eines Königs von Gottes Gnaden und der politischen Notwendigkeit wuchs durch die Unzulänglichkeit, seine poetischen Begabungen mit der Prosa alltäglichen Regierens zu verbinden.
Dieser reich bebilderte Vortrag skizziert Hintergründe, Entwicklungen und die tödlichen Folgen für den Monarchen, der vor 180 Jahren geboren wurde.
Datum/ Uhrzeit: Donnerstag, 26. Juni 2025 um 18 Uhr
Eintrittspreis: 10,- €
Für den Vortrag bitten wir Sie herzlich um Voranmeldung unter:
Telefon: 08362 /887 252
E-Mail: ticketmuseum-hohenschwangaude
Ort: Museum der bayerischen Könige, Alpseestraße 27, 87645 Hohenschwangau
“Hier kommt die Brau"
Vortrag von Dr. Marita A. Panzer
Das Oktoberfest ist keinesfalls die einzige Hochzeitsfeier, die in Bayern so gut gefiel, dass man die Feierlichkeiten regelmäßig wiederholen wollte. Schon im Mittelalter veranstaltete man beim bayerischen Adel, unter Einbeziehung der Bevölkerung, so ausgiebige Hochzeitsfeste, dass es eines von ihnen sogar zum immateriellen Kulturerbe des Landes gebracht hat. So hat auch, die sich nun alle vier Jahre wiederholende „Landshuter Hochzeit“ ihren Ursprung, in der Eheschließung eines Wittelsbachers. Als die Reichen Herzöge von Bayern-Landshut, ging dieser Teil der Familie, in die Geschichte ein und machte ihrem (Bei-)Namen alle Ehre. Der bekannteste unter ihnen ist Georg der Reiche. Seinetwegen begehen wir in diesem Jahr, nach sechsjähriger pandemiebedingter Pause, erneut die Landshuter Hochzeit. Doch so viel über die Wittelsbacher Brautpaare aus der neueren Zeit überliefert ist, über die zweifelsohne wichtigste Person der Landshuter Hochzeit, die Braut, ist wenig bekannt.
Frau Dr. Marita A. Panzer hat im Jahr 2020 diese Forschungslücke geschlossen und stellt uns nun, einen Tag vor dem offiziellen Beginn der Landshuter Hochzeit, am 29. Juni 2023 um 18.00 Uhr, im Museum der bayerischen Könige, die Braut, die polnische Prinzessin Hedwig vor.