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27. Juni 2024

Vortrag „Ganz und Gloria Fürstinnen von Thurn und Taxis“ von Dr. Marita A. Panzer am Donnerstag, 27. Juni um 18:00 Uhr.

Die Frauen aus dem Hause Thurn und Taxis



Der kleine, auch heute noch nur zu Fuß erreichbare Ort Cornello in der Provinz Bergamo in der Lombardei brachte eine Familie hervor, die in ganz Europa und darüber hinaus bekannt ist. Hier liegt der „Monte Tasso“ – der Dachsberg, nach dem sich die Familie benannte und der bis heute im Wappen getragen wird. Im Jahr 1650 kam der Namenszusatz „della Torre“ beziehungsweise Torriani, zu Deutsch „Turm“, zum Namen und damit auch zum Wappen des Hauses hinzu. Das Haus Thurn und Taxis ist eine der ältesten und bekanntesten Adelsfamilien Europas, die vor allem durch ihre Rolle als Postmeister in der Frühen Neuzeit Bedeutung erlangte. Über die Jahrhunderte hinweg haben nicht nur Männer, sondern auch mehrere Frauen dieser Familie bedeutende Rollen gespielt, sowohl in ihrer eigenen Familie als auch in der weiteren europäischen Geschichte.
Im Jahr 1117 erscheint mit Reinerius de Tasso erstmals der Name urkundlich erwähnt. 1251 beginnt mit „Homodeus de Tazzis“, auch Omedeo de Tazzo/Tasso, die Stammreihe der Thurn und Taxis, die heute ihren Hauptsitz in Regensburg haben. Von Bergamo bis Regensburg war es ein weiter Weg, der nicht immer geradlinig und erfolgreich verlief und dennoch mit Mut und Fleiß zum Ziel und damit zu einem der erfolgreichsten Fürstenhäuser Deutschlands führte. Schon im 13. Jahrhundert errichtete Omedeo de Tasso ein Kuriersystem, das bald eine schnelle Verbindung nahezu aller italienischen Großstädte miteinander ermöglichte. Ab dem 15. Jahrhundert lieferten diese „bergamaschi“, wie die taxischen Kuriere im Volksmund genannt wurden, unter Franz von Taxis, der als Begründer des internationalen Postwesens gilt, neben der päpstlichen Korrespondenz auch die des Hauses Habsburg weit über Italiens Grenzen hinaus aus. Unter Kaiser Maximilian I. reichte die Verbindung der Posten, wie die einzelnen Stationen genannt wurden, von Italien über Innsbruck, Frankreich und die Niederlande bis nach Mecheln bzw. Brüssel und ab 1507 auch nach Spanien. Auch hier, in Füssen, Kempten und Augsburg, fanden sich neben vielen anderen Poststationen der Taxis.
Im Jahr 1501 wurde Franz von Taxis zum Generalpostmeister ernannt und damit die Grundlage für das weitere wirtschaftliche Wachstum des Hauses Taxis geschaffen. In diesen Zeitraum fiel auch die Verlegung des Hauptsitzes der Familie von Italien und Innsbruck nach Brüssel. Ganze 200 Jahre verblieb die Familie dort, und ihre Spuren finden sich auch heute noch in der Stadt, beispielsweise in der Kirche Notre Dame du Sablon. Im Mai des Jahres 1512 erfolgte die Erhebung des Hauses in den erblichen deutschen Reichsadel und damit einhergehend auch die kaiserliche Aufwertung des Stammwappens, das nun auch einen einköpfigen schwarzen Adler führte und damit das Reichsadelsprivileg des Hauses repräsentierte. Nur wenige Jahre später sogar der doppelköpfige Adler, der an dieser Stelle als Sinnbild des Heiligen Römischen Reiches zu lesen ist. 1519 war es ein Mitglied des Hauses, Johann Baptista – zu dieser Zeit oberster Post- und Kuriermeister, der die Nachricht über die Wahl Kaiser Karls V. zum deutschen Kaiser ihm persönlich auslieferte. 1615 wurde das Generalpostmeisteramt zu einem „Erbmannlehen“, das im Jahr 1621, im Falle eines Aussterbens der Familie im Mannesstamm, nun auch auf die Töchter übergehen konnte. Dies wurde nur sieben Jahre später auch angewandt, als die 39-jährige Alexandrine von Taxis zur Witwe und damit zum ersten weiblichen Vorstand des Hauses wurde, da ihr Sohn Lamoral II. Claudius erst im Jahr 1645 die Volljährigkeit erreichte. Aller Wirren, insbesondere durch den Dreißigjährigen Krieg, zum Trotz leitete sie klug und geschickt das Postwesen und schaffte es trotz aller Hürden, ihrem Sohn nicht nur ein funktionierendes, sondern auch ausgebautes Unternehmen zu übergeben. Sie ist es auch, auf deren Initiative die Familie in den Reichsfürstenstand erhoben werden konnte und damit einhergehend auch die Namensänderung zu „Thurn und Taxis“ initiiert wurde.
1544 wurde in Sorrent ein Tasso geboren, dessen Spuren wir heute noch, auch in Hohenschwangau, finden können. Der Dichter Torquato Tasso, der es mit seinem Epos „La Gerusalemme liberata“ (Das befreite Jerusalem) zu weltweitem Ruhm brachte, entstammt der römischen Linie der Familie. König Maximilian II. von Bayern ließ sich, inspiriert von den Fresken der Nazarener im Casino Massimo in Rom, sein Schlafzimmer mit diesem Epos ausgestalten. Sein Sohn König Ludwig II. ließ zusätzlich die Decke des Raumes illuminieren, um den mystischen Charakter noch zu verstärken. Eine der Cousinen König Ludwigs, Prinzessin Helene in Bayern stellt letztlich die deutlichste Beziehung zwischen Hohenschwangau und dem Haus Thurn und Taxis, denn die geborene Wittelsbacherin zog einst als zukünftige Landesherrin nach Regensburg. 
Die am 4. April 1834 in München geborene älteste Tochter des Herzogs Max in Bayern und seiner Frau Ludovika war einmal dazu auserkoren, die Kaiserin von Österreich zu werden. Dass diese Geschichte anders ausging und der Kaiser sich, sehr zum Entsetzen der Ehestifterinnen, der Mütter beider Seiten, für die jüngere Schwester der eigentlichen Braut Helene, Sisi, entschied, ist allgemein bekannt. Wenige jedoch wissen, wie Helenes Lebensweg weiterging und welche Leistungen sie für ihre Familie erbrachte. Als 22-jährige unverheiratete Frau galt sie bereits als Last für die Familie und umso erfreuter war diese, als Helene den Erbprinzen Maximilian Anton von Thurn und Taxis am 24. August 1858 in Possenhofen das Ja-Wort gab. 
Am 26. Juni 1867 übernahm mit ihr eine weitere, plötzlich und unerwartet zur Witwe gewordene Mutter die Vormundschaft für ihren noch minderjährigen Sohn aus dem Haus Thurn und Taxis. Zu diesem Zeitpunkt war die Familie längst im heutigen Familienstammsitz, dem fürstlichen Schloss St. Emmeram in Regensburg, ansässig. In Helenes Trauerjahr fiel auch die letztendliche Abgabe des Postwesens an die bayerische bzw. preußische Staatspost. Von 1490 bis 1867, 377 Jahre lang, stand der Name Thurn und Taxis für das Postwesen. Wie viele Frauen aus dem Haus Thurn und Taxis spielte auch Helene eine wichtige Rolle innerhalb und außerhalb der Familie und war in viele karitative Projekte involviert. In der Zeit vor ihrer Ehe nannte man sie auch „den Engel von Possenhofen“.

Mehr über die Frauen des Hauses Thurn und Taxis erfahren Sie am Donnerstag den 27.06.2024 um 18.00 Uhr von Frau Dr. Marita A. Panzer im Museum der bayerischen Könige, in Hohenschwangau. Eintrittspreis 10 €, Anmeldung erbeten unter: 08362 887252 oder ticket@museum-hohenschwangau.de
 

Das sind unsere Veranstaltungen 2024

Vormerken und nicht verpassen!


MAI 2024:

JUNI 2024:

  • 27.06. - 18.00 Uhr, Vortrag Dr. Marita A. Panzer - "Glanz und Gloria - Fürstinnen von Thurn und Taxis"
  • 28.06. - 19.30 Uhr, The American Drama Group Europe" - Shakespeare Freilichttheater "A Midsummer Night's Dream" in englischer Sprache im Schlosshof Hohenschwangau. 

JULI 2024:

  • Start der öffentlichen Führungen am 01.07.2024 - immer montags 11.00 Uhr

AUGUST 2024:

  • 22.08. - 18.00 Uhr, Vortrag Dr. des. Markus Schmitt - "Geburt und Taufe König Ludwig II. - Ein Sakrament, eine Namensänderung und eine imaginäre Genealogie" 

OKTOBER 2024:

  • 11.10. - 18.00 Uhr, Vortrag Dr. Bernhard Graf - "Majestätisch Kuren - Bayerns Hofbäder" 

NOVEMBER 2024: 

  • 08.11. - Jahresabschlusskonzert der "Lechchorallen"
  • 21.11. - 18.00 Uhr, Vortrag Dr. Katharina Weigand - "Max I. Joseph - Bayerns erster König"
     

Wir laden Sie herzlich ein, an diesen und vielen weiteren Veranstaltungen in Hohenschwangau teilzunehmen und gemeinsam mit uns unvergessliche Momente zu erleben.

Kommen Sie vorbei und lassen Sie sich inspirieren! 

Voranmeldungen für Vorträge unter: 

Museum der bayerischen Könige
Alpseestraße 27
87645 Hohenschwangau
Tel. 08362/ 887 252
Email: info@museum-hohenschwangau.de 

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